Bezahlung
Wie viel du verdienst, hängt stark von der Rolle ab – die Spanne reicht grob von 15 bis 200 $ pro Stunde. Gut belegt ist: Wer deutsche KI-Antworten bewertet, bekommt laut Stellenanzeigen etwa 25–30 $ pro Stunde. Einzelne Anzeigen nennen auch 39–41 $. Einfaches Daten-Beschriften („Annotation") liegt nur bei 10–12 $. Wichtig: Die beworbenen 75–200+ $ pro Stunde sind ein Durchschnitt der ganzen Branche – nicht das, was Mercor selbst zahlt. Und das größte Problem ist ein anderes: Oft gibt es schlicht keine Aufgaben. Ein guter Stundensatz bringt dir nichts, wenn gerade keine Arbeit da ist – genau das berichten fast alle Worker.
Bewerbungs-Hürde
Die Auswahl ist streng. Zuerst führst du ein aufgezeichnetes Interview mit einer KI, dazu wird dein Lebenslauf geprüft. Für die deutsche Rolle musst du Muttersprachler sein und gut schreiben können. Danach folgt eine bezahlte Probearbeit von 6 Stunden – erst dann bekommst du echte Aufträge. Außerdem Pflicht: Du musst eine Überwachungs-Software („Insightful") installieren. Sie macht regelmäßig Bildschirmfotos und kann auf deine Kamera und dein Mikrofon zugreifen. Genau das kritisieren viele – und es ist Teil der laufenden Klagen.
Wird DACH akzeptiert?
Ja, ausdrücklich. Mercor sucht in einer eigenen Stellenanzeige gezielt Muttersprachler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zwei Stolperfallen gibt es trotzdem: Du bekommst keinen Arbeitsvertrag, sondern arbeitest als Freelancer und musst ein US-Steuerformular (W-8BEN) ausfüllen. Und das Geld geht nur an dich als Privatperson (über den Zahlungsdienst Stripe) – nicht an deine Firma. Wenn du ein Gewerbe mit Umsatzsteuer hast, ist das für deine Buchhaltung wichtig.
Klagen & Reputation
Deutliche Warnung. Gegen Mercor laufen Mitte 2026 mindestens 7 Sammelklagen in den USA. Der Auslöser: ein bestätigtes Datenleck, öffentlich gemacht am 31.03.2026. Dabei wurden rund 4 Terabyte Daten gestohlen – über 40.000 Bewerber und Worker sind betroffen. Geleakt wurden unter anderem Interview-Videos, Pass- und Führerschein-Scans und Gesichts-Scans. Dazu kommt der Vorwurf heimlicher Überwachung (Bildschirmfotos alle 30–60 Sekunden). Meta hat die Zusammenarbeit mit Mercor deshalb pausiert. Mercor bestreitet die Vorwürfe; Stand August 2026 ist vor Gericht nichts entschieden. Besonders heikel: Bei der Anmeldung musst du genau die sensiblen Ausweis- und Gesichtsdaten hochladen, die beim Leck gestohlen wurden.
Quellen: TechCrunch (31.03.2026) · Fortune (02.04.2026) · TechCrunch zur Meta-Pause (09.04.2026) · Kanzlei Hausfeld zur Klage · LegalClarity-Verfahrensübersicht.
Worker-Realität
Auf Glassdoor steht Mercor bei 4,0 von 5 Sternen. Auf Trustpilot sind es aktuell nur noch 2,5 von 5 – bei nur 5 Bewertungen (Stand August 2026). Das Profil wurde offenbar bereinigt; diese winzige Basis ist wenig aussagekräftig. Frühere Bewertungen lobten die vergleichsweise guten Stundensätze, pünktliche Bezahlung und eine gut organisierte Betreuung. Die häufigste Kritik 2026: Oft gibt es keine Aufgaben – Projekte werden ohne Vorwarnung pausiert oder gestoppt. Viele stören sich außerdem an der Pflicht-Überwachung mit Bildschirmfotos und Kamera-Zugriff. Wenn Zahlungen ausbleiben, liegt das meist an einem falsch eingerichteten Stripe-Konto – nicht daran, dass Mercor systematisch nicht zahlt.
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Nimmt Mercor Bewerber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an?
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Ist Mercor seriös?
Angaben Stand 20. August 2026, aus mind. 2 unabhängigen Quellen verifiziert, ohne Gewähr — Konditionen können sich ändern. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
